150 Jahre Feuerwehr Dingolfing – Teil VI


Ein meist einmaliges Erlebins für Feuerwehrler

Der Festausschuss der Dingolfinger Feuerwehr. Vorne von links: Der ehemalige Kommandant Gregor Piechoczeck, Leiter des Festausschusses und erster Vorsitzender Michael Kolmeder, zweiter Vorsitzender Michael Köppl, Kassier Stefan urz. Zweite Reihe von links: Joseph Hofmann junior, Schriftführer Thomas Layh, Carsten Vogginger, Matthias Spang. Ganz oben: Werner Frühmorgen und Andreas Spang.

Wie lang wird der Festzug? Wie viele Tische und Bänke passen in ein Festzelt? Wo findet der Festgottesdienst statt, welche Kleider ziehen die Festmädchen an und vor allem: wie bekommt man genug Strom für die Spider Murphy Gang, die am Donnerstag, 14. Juni, im Festzelt auf der Zirkuswiese auftritt. Daran tüfteln einige Mitglieder vom Festausschuss der Feuerwehr. Andreas Spang ist glücklicherweise Elektriker und Veranstaltungstechniker und er schaut, wie er mehr Strom für die Rock ‘n Roller auf die Zirkuswiese bringt. „Bei dem Auftritt der Gang ist ton- und lichtmassig einiges geboten“ meint er, „die brauchen so viel Strom für ihren Auftritt, wie die Küche im Festzelt während dem Kirta!“

Michael Kolmeder ist der erste Vorsitzende der Feuerwehr und der Chef vom Festausschuss. Er sieht das entspannt und ist froh, dass es so viele Handwerker bei der Feuerwehr gibt, die viele Probleme in null komma nix lösen. Michael Kolmeder, delegiert die Aufgaben an Teams und muss den Überblick behalten. Bald ist es geschafft, in zwei Wochen ist das Jubelfest voll im Gange. Worauf er sich am meisten freut? „Ganz klar auf den Festzug am Sonntag durch die ganze Stadt. Das ist die Krönung, da ist dann alles gelaufen, die Kirche, die Mittagsbewirtung“.

Schon mal zur Probe anziehen: Die feuerwehrroten Kleider tragen Festmutter und Festmädchen am Ehrenabend der Dingolfinger Feuerwehr. Anna Gillig, Lena Herzog, Festmutter Uschi Bubenhofer und Lucia Comoretto (von links).

Der Umzug – auch der will sauber geplant sein. Welche Strecke geht der Festzug, wer läuft mit, in welcher Reihenfolge? Darum kümmert sich Josef Hofmann junior. Die Strecke vom Festzug ist drei Kilometer lang, der Zug selber 1,5 Kilometer.

Ganz vorne die Honoratioren der Stadt und die Jubelwehr, gefolgt vom Patenverein, der Freiwilligen Feuerwehr Landau und den Stadtteilfeuerwehren Frauenbiburg, Höfen, Sossau und Teisbach. Dann die befreundeten Wehren aus Enns, Brumath und Traunstein und dem ganzen Landkreis sowie viele Vereine aus Dingolfing.

Blickfang natürlich die Festmutter mit ihren Festmädchen, die Taferlbuam und die Festkinder. Josef Hofmann junior hat die Route für den Festzug ausgetüftelt und vor allem auch an die Kleinen gedacht – falls die den weiten Fußmarsch nicht schaffen: „Für den Notfall haben wir einen Plan. „Wir führen Heuwagerl mit“, sagt er „und wenn sie wirklich nicht mehr marschieren mögen, dann setzen wir sie ins Wagerl!“

Aufstellung in Dreierreihen für den Festzug: Der Erste Vorsitzende der Dingolfinger Feuerwehr, Michael Kolmeder, erklärt wie es geht.

Im Gleichschritt – Marsch! Wenn am Festsonntag der Umzug durch die Stadt zieht, dann muss das auch ein gutes Bild abgeben. Natürlich geht die Feuerwehr in Uniform, die Festmädchen mit der Festmutter in einem schönen Dirndl, mindestens so schick, wie das der Mädchen aus dem Jahr 1968. Das Marschieren im Festzug muss auch nach was ausschauen, deshalb ist auch das Gleichschritt gehen nochmal geübt worden. Wer gibt den Schritt in der Reihe an, wie geht man mit so einem Zug um enge Kurven? Festmutter Uschi Bubenhofer hat es mit den Festmädchen, den Kindern und der Feuerwehr schon geübt.

Im Gleichschritt: Festmutter Uschi Bubenhofer probt mit den Festmädchen und der Feuerwehr die Marschformation.

Zum 150. Geburtstag der Dingolfinger Feuerwehr gehört am Sonntag, 17. Juni, auch ein großer Festgottesdienst. Der findet nicht in St. Johannes statt, sondern in der Eishalle bei der Zirkuswiese.

Ein Gottesdienst in der Eishalle – klingt frostig, wird aber ziemlich cool. Matthias Spang vom Festausschuss hat die Aufgabe, aus der Halle einen festlichen Ort zu zaubern. „Soweit es geht“, meint er, „kommt die Werbung weg. Dann wird ein weiß blauer Himmel eingezogen, die Bühne festlich mit Blumen geschmückt.“ Stadtpfarrer Martlreiter hält den Festgottesdienst in der Eishalle. Deshalb fällt der normale Gottesdienst am 17. Juni in St. Johannes aus und alle Dingolfinger Bürger sind eingeladen, den Gottesdienst um 10 Uhr in der Eishalle mit der Feuerwehr zu feiern. Natürlich fehlt bei dem katholischen Gottesdienst auch das Kreuz nicht. Die Feuerwehr hat da eine gute Idee, denn es ist ja der Gottesdienst am Festsonntag der Feuerwehr. „Wir bauen ein Kreuz aus Steckleitern“ sagt Matthias Spang, „das wird richtig schön!“

Ein historisches Dokument – Festmädchen 1968 beim Festzug über den Marienplatz beim 100. Gründungsfest.

Kassier bei der Feuerwehr ist Stefan Kurz, er hat ein Auge auf die Finanzen, bei der Feuerwehr und im Festausschuss. Er kümmert sich um Biermarkerl für Gäste, die Festabzeichen und den ganzen Bürokram, dass hinterher auch steuerlich alles passt. „Und ich muss die Leit a wengerl im Zaum halten mit Ihre Ausgaben“, lacht er.

2.050 Plätze gibt es am Festsonntag im Festzelt, dazu um die 400 Plätze im Biergarten außerhalb des Zeltes und die Bürger sind dazu eingeladen. Michael Köppl ist verantwortlich für den ganzen Festsonntag, dass es den Gästen vom Weißwurstfrühstück am Morgen bis zum Ausklang am Abend gut geht. „Für einen Feuerwehrmann“, meint er, „gibt es so ein Fest nur einmal im Leben, das ist schon eine Herausforderung!“

Die Feuerwehr rockt die Zirkuswiese zum 150. Geburtstag. Mit vielen Feuerwehrfreunden und allen Dingolfingern. Noch zehn Tage, dann geht das Fest los mit der Spider Murphy Gang auf der Zirkuswiese. Karten gibt es bei Skribo Wälischmiller und den üblichen Vorverkaufsstellen. Und die Spider’s haben garantiert Strom!