150 Jahre Feuerwehr Dingolfing – Teil II


Retten, löschen, bergen und schützen

 

Aus den Anfängen der Dingolfinger Feuerwehr: Eine Handspritze. Mit den Ledersäcken wurde der Tank befüllt, ein Schlauch angeschlossen, eine Bedienmannschaft hat dann die Pumpe betätigt. Heute hat die Dingolfinger Feuerwehr Pumpen, die 2500 Liter pro Minute schaffen.

Das ist wirklich ein Grund ein großes Fest zu veranstalten, für die Feuerwehr und alle Dingolfinger. Auf der Zirkuswiese steht dann ein großes Festzelt und die Dingolfinger Feuerwehr feiert mit den Dingolfingern gemeinsam vier Tage lang – vom 14. bis 17. Juni 2018. Es ist das Jahr 1868 als Xaver Hartmann zum Ersten Kommandanten der Dingolfinger Feuerwehr gewählt worden ist. Brandschutz hat es schon immer gegeben, im alten Rom, sogar bei den alten Ägyptern. Aber dem Feuer gegenüberstehen, sich wehren und das Feuer aktiv bekämpfen – dieses Löschwesen ist erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. Meistens waren das kräftige durchtrainierte Turner, die zum Feuer löschen auch flink auf die Dächer klettern mussten. Die Alarmierung geschah über die Feuerglocke im Kirchturm oder der Feuerreiter hat mit einer Trompete Alarm geschlagen. Die Dingolfinger Feuerwehrleute werden heute über einen Funkmeldeempfänger alarmiert, den jeder bei sich trägt. Vielleicht haben Sie das ja schon mal beobachtet: Sie sitzen gemütlich beim Altstadtfest auf dem Marienplatz, beim Dingfest oder beim Wasserburger Hoffest. Plötzlich springt ein Dutzend

Ein Fahrzeugbrand. Mit Schutzanzügen und Atemgerät schützen sich die Feuerwehrler vor giftigem Rauch.

Männer auf und schießt wie von der Tarantel gestochen in eine Richtung. Das sind Feuerwehmänner, die für einen Einsatz alarmiert worden sind. Das Feuerlöschen ist zwar die ursprüngliche Aufgabe der Feuerwehr. Da es aber glücklicherweise immer weniger Brände gibt, hat sich die Feuerwehr zu einer Institution mit vielen Aufgaben für die Gemeinschaft entwickelt. Sie löscht Feuer, rettet Menschen, birgt Güter und schützt die Gemeinden.
Es weiß also keiner von den Feuerwehrleuten, was sie bei ihrem Einsatz erwartet. Tatsächlich löschen die Feuerwehrleute am liebsten Feuer. Auf jeden Fall solange Menschen und Tier dabei verschont bleiben. Richtig gefährlich sind Einsätze, bei denen die Feuerwehrler in ein brennendes Gebäude müssen, um einen Menschen zu retten, das geht nur mit einer speziellen Atemschutzausrüstung. Denn wo Feuer ist, gibt es Rauch und der ist hochgiftig. Nur wenige Atemzüge können tödlich sein. Das ist wichtig für jeden: Wenn es brennt – raus aus dem Haus und draußen bleiben und die Feuerwehr alarmieren. Menschen vor Lebensgefahr schützen, Erste Hilfe leisten, befreien, wenn sie eingeklemmt sind, bei Feuer, Hochwasser oder Verkehrsunfällen das gehört auch zu den Aufgaben der Feuerwehr. Zum Beispiel einen verletzten Menschen nach einem Autounfall aus dem Auto herausschneiden – das lernt auch schon die Jugendfeuerwehr von Anfang an. Dazu gehört auch viel menschlicher Einsatz. Die Feuerwehrler müssen mit dem Verletzten im Auto sprechen, ihm sagen, was gemacht wird, ihm Mut zusprechen.

Ein Chemieunfall – Salzsäure ist ausgelaufen. Wie die Wehrleute damit umgehen, lernen sie in Spezialkursen.

Ein Dingolfinger Feuerwehrmann hat genau das erfolgreich eingeführt – jetzt gehört diese Art der Zuwendung für Verletzte zum Ausbildungskatalog der Feuerwehr. Manchmal muss die Feuerwehr auch ausrücken, um Tote zu bergen. Tiere, oder Menschen – das ist die schwerste Aufgabe, wenn jede Hilfe zu spät kommt. Und ganz schlimm wird es, wenn es dabei um Verwandte oder Freunde geht. Da hilft ihnen nur die Gemeinschaft, die Kameradschaft, der Zusammenhalt und die gemeinsame Uniform – die auch die Seele vor den heftigen Erlebnissen schützt. Lieber bergen die Feuerwehrmänner und -frauen dann doch die Ware aus einem umgestürzten Laster voll mit Äpfeln oder Gurken.

Wie anspruchsvoll die Aufgaben bei der Freiwilligen Feuerwehr sind, zeigen zum Beispiel die Einsätze bei Chemieunfällen. Wenn tausende von Litern an Salzsäure auf die Straße laufen. Die Umwelt und Menschen vor der Chemikalie, der Säure schützen ist hier die Aufgabe der Feuerwehr. Für einen Einsatz als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau sind körperliche und geistige Fitness Voraussetzung, denn die Einsätze erfordern kluges und umsichtiges Handeln. Und die Haltung, gemeinsam anderen Menschen zu helfen und ein Stück von sich aufzugeben. Die Freiwillige Feuerwehr ist ein anspruchsvolles Hobby, bei dem viel gelernt werden kann. Vom Umgang mit dem Feuer, Chemikalien, handwerkliche Fähigkeiten oder auch die Ausbildung zum Maschinisten.

Jungen und Mädchen ab 14 können am Mittwochabend ab 18 Uhr auch mal bei der

Üben für den Ernstfall: Die Jugendfeuerwehr trainiert immer am Mittwochabend. Auch das Schläuche kuppeln will gelernt sein.

Jugendfeuerwehr vorbeischauen und sich mal vor Ort informieren und schauen, was die jungen Kollegen da machen.
Die Feuerwehr feiert vier Tage lang, von Donnerstag den 14. bis Sonntag, 17. Juni. Auf der Zirkuswiese steht dann das große Festzelt und am Donnerstag und wird mit der „Spider Murphy Gang“ und am Freitag mit dem Musikkabarett „Da Huawa, da Meier und I“ gefeiert. Karten gibt es im Bruckstadel, bei Skribo Wälischmiller, in Herzogs’ Haus der Genüsse, bei Optiker Wolf & Meindl und bei der Brauerei Wasserburger. Am Sonntag, 17. Juni, zieht um 14 Uhr der große Festzug mit den Dingolfingern Vereinen durch die Stadt. Braucht es nur noch gutes Wetter dazu.

 

Bürgermeister Josef Pellkofer, Schirmherr des 150. Gründungsfestes beim Bittgang nach Altötting. Begleitet haben ihn seine Frau Gabriele und eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Dingolfing.

Damit auch Petrus wettertechnisch gnädig für’s Gründungsfest gestimmt ist, hat der Schirmherr, Bürgermeister Josef Pellkofer, mit einer Abordnung der Feuerwehr Dingolfing letzten Samstag einen Bittgang nach Altötting gemacht. Brauchtum lebt – auch mit der Feuerwehr.

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