Ich mach Feuerwehr und was machst Du?


Am 1. Juli gab es eine Schnupperübung bei der Dingolfinger Jugendfeuerwehr für Jungs und Mädchen ab 14 Jahren.

In Bayern gibt es 320.000 Feuerwehrmänner und Frauen. So soll es auch bleiben, denn ohne Feuerwehr wird’s brenzlig. Deshalb will die Freiwillige Feuerwehr Dingolfing ihre Jugendgruppe erweitern. Jeden Mittwoch ist Übung auf dem Gelände der Feuerwache.

Mittwochabend auf der Feuerwache Dingolfing. Auf dem Hof steht ein großes rotes Feuerwehrauto. Ein HLF, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug. Da ist alles drin, was für einen Löscheinsatz im Ernstfall gebraucht wird. Heute übt die Jugendgruppe damit den Einsatz für den Ernstfall. Brandmeister Josef Hofmann und Jugendwart Michael Wagner haben alles für das Training vorbereitet.

Löschübung der Jugendfeuerwehr – natürlich nur mit echtem Gerät.

Löschübung der Jugendfeuerwehr – natürlich nur mit echtem Gerät.

„Wir haben eine unklare Rauchentwicklung in einem Gebäude – weiß jeder was zu tun ist?“ ruft Hofmann. „Was macht der Angriffstrupp?“ Sebastian antwortet blitzschnell: „Er setzt den Verteiler, verlegt die C-Schläuche und nimmt das 1. Rohr vor.

Brandmeister Josef Hofmann gibt Anweisungen und lernt den Jungen Tricks und Kniffe mit seiner 42jährigen Erfahrung als Feuerwehrmann.

Brandmeister Josef Hofmann gibt Anweisungen und lernt den Jungen Tricks und Kniffe mit seiner 42jährigen Erfahrung als Feuerwehrmann.

Der Umgangston ist eher autoritär, aber klare Ansagen und Befehle sind notwendig, denn beim echten Einsatz, wenn es um Menschenleben geht, kann man nicht lang rumdiskutieren. Da muss jeder mit einem kurzen Befehl wissen was zu tun ist.

Angriffstrupp, Wassertrupp, Schlauchtrupp, Melder, wer was macht, das wissen die sieben jungen Feuerwehrler. Sie sind zwischen 15 und 17 Jahre alt, die Feuerwehr ist für Sie ein großes Hobby.

René ist schon lange bei der Jugendfeuerwehr, in ein paar Wochen wird er 18 und darf dann zu allen Einsätzen mitfahren. Mit 14 Jahren hat er angefangen und ist geblieben:

„Ich bin Da geblieben, weil nette Leit da san, wer net nett is, für den ist Feuerwehr nix. Des is nämlich mehr als Retten und Löschen.“

Die Jugendfeuerwehr ist ein großes Hobby, das heißt: Feuerwehr mit F, wie Freizeit und Freundschaft. Kameradschaft und Hilfsbereitschaft leben, in der Ausbildung mit Maschinen und Geräten viel handwerkliches Geschick erwerben. Dann auch noch Spaß haben und Anerkennung bekommen – ein tolles Hobby, die Jugendfeuerwehr.

René wollte heute eine ganz bestimmte Position beim Löscheinsatz üben, den Wassertruppmann, da fühlt er sich noch nicht so sicher. Dabei muss er den Hydranten einsatzbereit machen und zwar richtig schnell. Zufrieden ist er heut nicht mit seiner Leistung, er weiß aber was er falsch gemacht hat.

René bei der Übung als Wassertruppmann.

René bei der Übung als Wassertruppmann.

„Des is auch des Gute bei der Feuerwehr, dass man Fehler machen darf, vielleicht sogar muss, damit man was lernt.“

„Schimpfen tut auch keiner“ meint Phillip, „wir bekommen stattdessen erklärt, warum jeder Handgriff richtig sitzen muss, was des für Folgen hat, wenn’s net passt“. Auch die jungen Feuerwehrmänner helfen sich untereinander, erklären dem Teamkameraden, wie was geht.

Die nächste Übung steht an, das Szenario: Rauchentwicklung aus einer Papiertonne, aber mit Einsatz der Steckleiter. Alle wissen was zu tun ist. Felix ist 16 Jahre alt und seit einem halben Jahr dabei. Ein Schulkamerad hat ihn zur Jugendfeuerwehr mitgenommen.

„Mir gefällt’s, weil ich neue Freunde kennen gelernt habe, außerdem macht es Spaß, des ist ein sinnvolles Hobby und ich kann mal anderen Menschen helfen“.

Außerdem dürfen alle von Anfang an mitmachen. Da gibt’s kein rumstehen und zuschauen. Wer „ja“ sagt zur Jugendfeuerwehr ist gleich voll bei den Übungen dabei.

Übung mit der Steckleiter – jede Sekunde zählt.

Übung mit der Steckleiter – jede Sekunde zählt.

Die Übung mit der Steckleiter ist beendet. „ Da habt ihr viel zu lang gebraucht mit der Leiter“ findet Brandmeister Josef Hofmann. „Denkt dran: Wenn da oben einer im Fenster steht und dem wird der Hintern heiß vom Feuer – dann springt der in Panik aus dem Fenster.“ Es kommt also auf jede Sekunde an.

Die Steckleiter ist aufgebaut, Sebastian prüft, ob die Leiter korrekt steht.

Die Steckleiter ist aufgebaut, Sebastian prüft, ob die Leiter korrekt steht.

„Wenn einer bei der Feuerwehr ist“ meint Jugendwart Michael Wagner, „macht sich das auch gut im Lebenslauf. Das schätzen viele Arbeitgeber, dass ein Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau handwerklich geschickt ist, teamfähig ist und über große soziale Kompetenz verfügt.“

Viel Spaß bei der Jugendfeuerwehr – auch beim ordentlichen Aufräumen.

Viel Spaß bei der Jugendfeuerwehr – auch beim ordentlichen Aufräumen.

Auffällig bei der Jugendgruppe: Kein einziges Mädchen ist dabei. Bei der Dingolfinger Feuerwehr gibt es drei Feuerwehrfrauen, zwei von ihnen haben das Hobby zum Beruf gemacht, sind inzwischen bei der Werksfeuerwehr von BMW.

Wo sind also die Mädels?

„Wäre schön, wenn sich da mehr interessieren würden,“ meint Josef Hofmann „ Bei uns wird jeder nach seinen Kräften und Möglichkeiten eingesetzt. Mädels wären eine echte Bereicherung für die Jugendfeuerwehr.“

Vielleicht geht das leichter gemeinsam mit ein paar Freundinnen, so drei vier Mädels, die das miteinander ausprobieren wollen.

„Wer kommt, der darf gleich bei den Übungen mitmachen“ meint Brandmeister Hofmann. Deshalb bequeme Kleider und feste Schuhe oder Turnschuhe anziehen.

Am besten auch gleich die Eltern mitnehmen, damit die sehen, was bei der Feuerwehr passiert.

Die Jugendfeuerwehr Dingolfing mit ihren Ausbildern sucht Verstärkung.

Die Jugendfeuerwehr Dingolfing mit ihren Ausbildern sucht Verstärkung.


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