Festsonntag


Stadtpfarrer Martin J. Martlreiter hielt die Predigt im Festgottesdienst der Feuerwehr

 

Das Kreuz als Symbol des Dienens. Konstruiert aus Feuerwehrleitern prangte es beim Festgottesdienst zum 150-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Dingolfing am Sonntag in der Marco-Sturm-Eishalle über dem aufgebauten Altar.

Der Sonntag begann für den engeren Kreis der Mitwirkenden zeitig. Bereits um 6 Uhr traf sich die Jubelwehr auf der Kirtawiese, Schirmherr und Festmutter wurden empfangen, der Patenverein FF Landau abgeholt. Einem Weißwurst-Frühstück imFestzelt schloss sich das Einholen der Vereine und Ehrengäste an. Ein Kirchenzug mit 67 Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis und 19 Ortsvereinen, führte dann den kurzen Weg vom Festzelt auf der Zirkuswiese zur Eishalle. Im Zug auch Staatsminister a. D. Erwin Huber, die Bürgermeister Josef Pellkofer und Dr. Helmut Steininger, der Bürgermeister der Partnerstadt Brumath Étienne Wolf, Delegationen aus Brumath und Enns sowie BRK und Polizei. Den Zug führten die Dingolfinger Stadtmusikanten an.

In der Eishalle nahmen die Fahnenträger im Karree Aufstellung. Stadtpfarrer Martin J. Martlreiter zelebrierte gemeinsam mit Kaplan Bernhard Pastötter den Festgottesdienst. Schriftführer Thomas Layh übernahm die Lesung aus dem Buch Ezechiel. In seiner Predigt ging derGeistliche auf den Wahlspruch der Wehr „löschen, retten, bergen,
schützen“ ein. Man könne auch sagen „einer trage des anderen Last“. So erfülle sich Christi Gebot, dass wir die Würde haben, zu helfen, zu geben, uns zu verschenken. Aber auch das Gegenteil kassieren, gieren und raffen habe man zur Genüge in der Gesellschaft, darüber dürfe dieses Fest nicht hinwegtäuschen. Die Feuerwehrleute hingegen organisierten Schutz und Hilfe für den Heimatort. Dazu gehöre Mut und Wagnis, keine Stubenhocker, die nur fordern. Man erlebe in unserer Gesellschaft die Orientierung an der Lust. Daran leide auch die Kirche. Es werde nicht mehr ihr Wesen gesehen, sie solle nur noch Wünsche erfüllen.

Zum Ende des Gottesdienstes wurden Fahnenbänder überreicht. Uschi Bubenhofer überreichte das Fahnenmutterband, Festdame Anna Gillig das Festmädchenband, Festdame Luisa Kurz das Patenband für die Feuerwehr Landau, die Festmädchen der Wehr Landau Lisa und Veronika Pflaum überreichten ihrerseits das Patenband der Feuerwehr Landau, Alfred Stummer das Band der Feuerwehr Enns, Lisa Rammelsberger das Trauerband, das an die Verstorbenen der Wehr erinnert.

Vorstand Michael Kolmeder hieß die Festgäste willkommen. Feuerwehr sei kein Hobby, sondern eine Leidenschaft, sagte er. Ohne diese Leidenschaft von allen wäre die Feuerwehr Dingolfing nicht denkbar. Kolmeder verglich die Feuerwehr mit Leistungssport: Professionalität und Schnelligkeit seien das A und O. Bei der Wehr Dingolfing seien 95 Aktive, insgesamt knapp 180 Mitglieder. Die Wehr habe in den 150 Jahren eine enorme technische Entwicklung durchlaufen. Gleich geblieben sei in dieser Zeit, dass engagierte Feuerwehrler sich regelmäßig zur Verfügung stellen. Der Unterschied zu früher sei, dass nun auch Frauen dabei sind.

Schirmherr Bürgermeister Josef Pellkofer sagte, ohne die Männer und, seit einigen Jahren, auch die Frauen der Feuerwehr, die oft einen großen Teil der Freizeit opfern, mit Herzblut bei der Sache sind und in den Einsätzen oftmals auch ihre Gesundheit und nicht selten ihr Leben aufs Spiel setzen, wären unsere Städte und Gemeinden, ja unser bürgerliches Zusammenleben ein ganzes Stück ärmer. Das Gesicht unserer Stadt wäre, gäbe es die Feuerwehr nicht, ein anderes.

Landrat Heinrich Trapp sagte, er sei Chef der Wehren im Katastrophenschutz. „Wenn etwas wäre, wären Sie die professionellen Menschen, die sich der Gefahr nähern“.

Kreisbrandrat Josef Kramhöller verdeutlichte, die Wehr Dingolfing habe als Hauptstützpunktwehr rund 200 Einsätze im Jahr. Kramhöller würdigte die Hochachtung und den Respekt, der in der Wehr Dingolfing den älteren und verdienten Feuerwehrmännern entgegengebracht wird. Das Fest solle aber auch eine Botschaft an die Jungen sein, dass die Feuerwehr interessante Aufgaben zu bieten habe.

„Modern, motiviert und traditionsbewusst. Modern in Ausbildung und Ausrüstung. Motiviert in der Bereitschaft, sich ehrenamtlich fortzubilden und zu helfen. Traditionsbewusst im Sinne eurer Vorfahren, seit 150 Jahren Dienst am Nächsten zu leisten“. So charakterisierte der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbands Alfons Weinzierl in seinem Grußwort die Dingolfinger Feuerwehr.

Die Freiwilligen Feuerwehren in Bayern bezeichnete er als einen starker Pfeiler der Heimat. Sie garantierten Sicherheit und leisteten schnelle Hilfe in der Not. Die Menschen in Bayern und im Besonderen hier in der Stadt Dingolfing wüssten: Auf ihre Feuerwehr ist auch in schwierigsten Situationen Verlass, dafür gebühre ihnen höchster Respekt und Anerkennung.

Bayernweit und das jeden Tag bewältigten die bayerischen Feuerwehren zwischen Aschaffenburg und Passau, zwischen Hof und Lindau über 700 Einsätze. Das seien rund 250.000 Einsätze im Jahr, also alle zwei Minuten ein Einsatz, bei dem die Feuerwehrkameraden gerufen werden.

 

1.500 Teilnehmer beim Feuerwehr-Festzug

 

Es war einer der größten, wenn nicht der größte Festzug in der Geschichte Dingolfings. Neben dem Gottesdienst war der farbenprächtige Zug durch die Innenstadt das öffentlichkeitswirksame Highlight des Jubiläums „150 Jahre Feuerwehr Dingolfing.“

Die Dingolfinger Feuerwehr ist immer für einen Superlativ gut. Mit rund 1.500 Teilnehmern war der Festzug am Sonntagnachmittag wesentlich größer als die jährlichen Kirchweihauszüge am dritten Oktoberwochenende, die eine Teilnehmerzahl von zwischen 800 und 1.000 aufweisen. Allein die größeren Auszüge bei Treffen der Trachtenvereine dürften an die Veranstaltung der Feuerwehr heranreichen.

67 Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis, dazu die ein oder andere Wehr aus einem Nachbarlandkreis sowie Wehren aus den Partnerstädten Enns (Österreich) und Brumath (Frankreich) bereicherten die Veranstaltung. Die Verbindungen sind hier traditionell eng, was viele Treffen früherer Jahre zeigten. Hinzu kamen rund 19 Vereine aus dem Stadtgebiet.

Hätten Angela Merkel und Horst Seehofer ein so ausgezeichnetes Verhältnis wie Petrus und St. Florian, es gäbe wohl keinen lästigen Streit über die Zuwanderungspolitik. Der Schutzpatron der Feuerwehr hats gerichtet. Trotz düsteren Vorhersagen herrschte am Sonntagnachmittag strahlender Sonnenschein. Kein Wölkchen trübte den weiß-blauen Himmel. Erst nach dem Festzug zogen einige dunkle Wolken auf. Aber da hatten alle Teilnehmer längst wieder das Festzelt erreicht.

Auf die Minute pünktlich startete um 14 Uhr das Fahrzeug der Patenwehr Landau, dahinter die Dingolfinger Stadtmusikanten mit Georg Schwimmbeck an der Spitze. Vom Festzelt über die Dr. Josef Hastreiter Straße, den Marienplatz, Bruckstraße, Fischerei, Wollerstraße und Bräuhausgasse legten die Teilnehmer drei Kilometer zurück. Aufgrund der hohen Temperaturen wurden unterwegs Getränke ausgegeben. Das lief nicht ganz so rasant ab wie bei der Tour de France, schließlich waren die Jungen und Mädchen, Männer und Frauen nicht ganz so schnell wie die Pedaleure. Als der Marienplatz erreicht war, läuteten die Glocken vom mächtigen Turm der Kirche St. Johannes. Auf dem neu renovierten Platz kam es zum Gegenzug, so dass die Teilnehmer sich auch mal selber zuwinken konnten und nicht nur den zahlreichen Passanten. Auf der ganzen Strecke standen immer wieder Zuschauergrüppchen. Am bequemsten hatten es die, die bei einem frisch zubereiteten Eisbecher oder einem kühlen Bier das Spektakel verfolgen konnten.

Nach 40 Minuten hatte die Spitze bereits wieder die Zirkuswiese im Osten der Stadt erreicht. Bis auch die letzten im Festzelt eintrafen, waren zwei Stunden vergangen.

Die ersten Wetten durften abgeschlossen werden, wer das WM-Spiel Deutschland gegen Mexiko gewinnt. Gewonnen hatte auf jeden Fall die Feuerwehr. Das große Jubiläumsprogramm verlief dank perfekter Organisation reibungslos.

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Pressebericht auf Idowa

Pressebericht in der PNP