Da Huawa, da Meier und i


Kabarett beim Jubiläum: „De Zeit is a Matz!“

 

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, denn schon Tage vor dem feierlichen Gründungsfest der Dingolfinger Feuerwehr, dem sonntäglichen Festakt, fanden an zwei Abenden hochkarätige Musik- und Kabarettveranstaltungen statt. Die legendäre „Spider Murphy Gang“ machte am Donnerstag den Anfang, am Freitag füllte die bayerische Kabarettband „Da Huawa, da Meier und I“ das Zelt auf der Zirkuswiese mit zahllosen
Besuchern.

Die Kabarett-Band trat immer wieder in Verkleidungen auf.

Jung und Alt fühlen sich gleichermaßen von dem sing- und spielfreudigen Trio angezogen, denn die Jungs haben musikalisch alles drauf: „Da Meier“ (Matthias Meier) glänzt am Schlagzeug und spielt E-Bass, Trompete, Melodica und Tenorhorn. Einmal machte der Meier dem noch relativ neuen Mitglied Sepp, alias Josef Haslinger, sogar den Platz am Klavier streitig. Sepp ist jetzt der „I“, der nach 20 Jahren für den Siegi Mühlbauer dazugekommen ist. Am Klavier betätigt sich der Sepp äußerst versiert, aber er spielt auch Akkordeon und Schlagzeug, dazu noch Trompete. Ein Allround-Talent halt, wie die beiden anderen auch. Der dritte im Bund ist da „Huawa“ (Christian Maier), der an der Gitarre und E-Gitarre voll gut drauf ist und das Gespräch mit dem Publikum am Laufen hält. Die witzigen, humorigdeftigen Reden der drei verlocken die Besucher ständig zum Mitmachen, sei es zum Mitklatschen oder zum Mitsingen. Nicht selten werden auch Fragen ins Publikum geworfen, auf die auch immer eine Antwort folgt.

Klavierspieler Sepp Haslinger präsentierte sich auch elegant ganz in Weiß.

Mit „De Zeit is a Matz!“, dem Titelsong aus ihrem letzten Album, mit dem sie seit 2016 durch die Lande touren, starteten sie den Abend. Kraftvoll und urig – da Huawa an der Gitarre, da Meier am Schlagzeug und der I am Klavier – , besingen sie den „Zahn der Zeit, der an allem nagt“, „Der Zeit, die die Wunden heilt“, und natürlich heißt es auch „Zeit ist Geld“. Hintersinnig, stets voller Humor und Ironie hinterfragen sie den Zeitgeist und halten den Menschen den Spiegel vor. Die Stimmung im Bierzelt könnte nicht besser sein, die Leute lachen und klatschen, vor allem wenn`s dann um den beliebten Gerstensaft geht, ums Bier. Vor dem gemeinsamen Auftritt als Gesangstrio wurden zuhauf Kalauer und Gschichtln übers Reinheitsgebot erzählt, außerdem zählte der Huawa alle giftigen Kräuter auf, die ab 1568 offiziell nicht mehr ins Bier durften. Ein mitreißendes Lied folgte, eindringlich von Trompeten- und Posaunenklängen untermalt. Die bayerische Volksmusik wird von den Dreien schon immer mit Musikrichtungen aus aller Welt kombiniert, mal laut und „krachert“, aber immer mit Witz und Temperament. Zum „Bonanza-Radln“ gab`s zum dritten Mal ein neues Gewand für die drei Musiker. Beim Lied „Reinheitsgebot“ kamen ein schauriger Ritter, ein Mönch und ein Henker auf die Bühne, dann wurden die Fahrradhelme aufgesetzt, und schließlich, bei „Wir Bayern leben im Paradies“ setzte sich der Sepp elegant in Weiß ans Klavier, da Meier im sportlichen Outfit, und sie spielten im Cha-Cha-Cha-Rhythmus ein Loblied auf Bayern und aufs bayerische Gemüt. Auch die „Heimatliebe“ ist in, aber bei uns bleibt sie „weltoffen“, betont da Huawa.

Das Programm im Bierzelt bot eine herzhafte Mischung aus den besten Songs der letzten Jahre, so etwa dem „Bauernblues“, dem „Güllefassl“ oder „Bayernland“ und dem neuen Programm „De Zeit is a Matz!“ Das hochzufriedene Publikum kam voll auf seine Kosten, genoss Speis und Trank und spendete begeistert immer wieder kräftigen Applaus.